Seit 2009 ist Sandra Kolly Kantonsrätin, seit 2013 kantonale CVP-Präsidentin. In dieser Zeit hat sich die kaufmännische Leiterin einer Treuhandfirma kantonsweit profilieren können. Dass sie über die Grenzen ihrer Partei hinaus als valabel gilt, zeigt sich darin, dass sie sowohl 2015 wie auch 2019 bei den Nationalratswahlen auf dem ersten Ersatzplatz der CVP gelandet ist.
 

Sandra Kolly (1970), CVP, Neuendorf Image 2

Parteiexternen Zuspruch findet die Neuendörferin nicht zuletzt links der Mitte. Der Smartspider weist sie für den Betrachter als «links-konservativ » aus. Linker jedenfalls als der Durchschnitt der CVP-Kandidierenden für den Kantonsrat (graue Fläche). Dies zeigt insbesondere der hohe Wert «ausgebauter Sozialstaat». In der Smartvote-Umfrage sagt sie «eher Ja» zu mehr Geld für die Verbilligung der Krankenkassenprämien, während sie einer «restriktiven Finanzpolitik» weniger Wert beimisst als ihre Basis im Durchschnitt.

Im Bereich Umweltschutz geht Kolly weniger weit als ihre Basis. So sagt sie zwar «eher Ja» zur Fotovoltaikverpflichtung für Neubauten, findet aber ebenso, dass ein kantonales Energiegesetz «vollständig» auf Anreize statt Verbote setzen soll. In Sachen «liberale Wirtschaftspolitik » ist Kolly «rechter» verortet als die Basis: Dazu trägt wohl auch ihr Nein zur Einführung eines kantonalen Mindestlohnes für alle Arbeitnehmenden bei.

Im Spider liegt Kolly auch bezüglich «Recht und Ordnung» rechter als die Basis. So befürwortet sie das neue nationale Antiterrorgesetz, spricht sich für härtere Strafen bei Vandalismus aus und sagt Ja zum neuen kantonalen Polizeigesetz. (ums.)