Er wird nach den Wahlen dasjenige Regierungsratsmitglied sein, das schon am längsten im Amt ist: 2013 wurde Remo Ankli in den Regierungsrat gewählt. Er lag damals im zweiten Wahlgang, zu dem er mit Roland Heim, Roland Fürst und Brigit Wyss antrat, auf dem Spitzenplatz. Zuvor war der FDPler seit 2005 im Kantonsrat; zwischen 2001 und 2013 war der Schwarzbube zudem Präsident der Schwarzbubengemeinde Beinwil.

Remo Ankli (1973), FDP, Beinwil (bisher) Image 2

Ankli politisiert für die Liberalen auffallend liberal (blaue Fläche) – liberaler, als dies der Parteidurchschnitt (graue Fläche) tut. Das zeigt sich in den Bereichen «offene Aussenpolitik » und «liberale Wirtschaftspolitik ». Ja sagt Ankli in der Umfrage etwa zum Abschluss eines Freihandelsabkommens mit den USA – und Nein zur Kündigung des Schengenabkommens.

Der FDP-Regierungsrat zeigt sich in Sachen Migrationspolitik zudem weniger restriktiv als der Durchschnitt der Freisinnigen: In der Umfrage sagt er etwa deutlich Nein zur Frage, ob die Anforderungen für Einbürgerungen erhöht werden sollen.

Weniger stark schlägt der Smartspider von Ankli im Vergleich mit der Parteilinie auch im Bereich «ausgebauter Umweltschutz » positiv aus. Der Schwarzbube antwortet mit «eher Nein» auf die Frage, ob Landwirte nur noch dann Direktzahlungen erhalten sollen, wenn sie etwa vorweisen können, dass sie auf synthetische Pestizide verzichten. Das kantonale Energiegesetz soll laut Ankli zudem vollständig auf Anreize und Zielvereinbarungen setzen statt auf Verbote und Einschränkungen. (nka)  


Wo die Kandidierenden politisch stehen

5 Regierungssitze sind zu vergeben – 3 Frauen und 4 Männer von FDP, CVP, SP, Grünen und SVP treten an. Hier erfahren Sie mehr über sie.

Gemeinsam gelang es ihnen vor acht Jahren, die zwei CVP-Sitze im Regierungsrat zu sichern: Roland Heim (Solothurn) und Roland Fürst (Gunzgen). Gemeinsam scheiden die beiden nun auch aus dem Amt. Ob die Mittepartei es erneut schafft, zwei Mandate ins Trockene zu bringen, das ist die grosse Frage dieses Wahlganges. Eine Frage, auf die wohl erst der zweite Wahlgang vom 25. April die endgültige Antwort liefern wird. Denn die Konkurrenz lauert.

CVP-Kantonalpräsidentin und Kantonsrätin Sandra Kolly (Neuendorf) und Gemeindepräsident Thomas A. Müller (Lostorf) sollen den Besitzstand sichern. Leicht ist die Aufgabe allerdings nicht, und insgeheim muss die Partei sich wohl auf einen Sitzverlust einstellen. Dies um so mehr, als die CVP – bei einem Wähleranteil von 18,9 Prozent bei den letzten kantonalen Wahlen von 2017 – rein rechnerisch mit zwei von fünf Sitzen übervertreten ist.

Nicht zuletzt auf diesen Umstand pochen die FDP (Wähleranteil 24,6) und die SVP (19,7), die je einen Kampfkandidaten ins Rennen schicken: Die FDP tritt mit Kantonsrat Peter Hodel (Schönenwerd) an, der seiner Partei nach vier Jahren wieder zu einem zweiten Sitz verhelfen soll. Und für die SVP soll Kantonsrat Richard Aschberger (Grenchen) den Bann brechen und der Volkspartei endlich zum bisher nicht geschafften Einzug in die Exekutive verhelfen. Doch die Wählerschaft im Kanton hat bislang eisern die Binsenwahrheit bestätigt, dass Regierungsratswahlen eben Persönlichkeitswahlen sind und die Kandidaturen der SVP stets aussen vor lassen – Wähleranteil hin oder her.

Drei hoffen auf den Bisherigen-Bonus

Drei bisherige Regierungsmitglieder stellen sich zur Wiederwahl: Bildungsdirektor Remo Ankli (FDP, Beinwil), im Amt seit 2013; Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss (Grüne, Solothurn), die der FDP 2017 einen Sitz abjagte; und Innendirektorin Susanne Schaffner (SP, Olten), ebenfalls seit 2017 im Amt. In der Regel ist es so, dass mit dem Bisherigen-Bonus mit einer Bestätigung gerechnet werden kann. Dass es alle drei Bisherigen bereits im ersten Wahlgang vom 7. März schaffen, scheint nicht in Stein gemeisselt. Doch spätestens im zweiten Wahlgang, wenn nur noch das relative Mehr gilt, dürfte die Hürde von allen zu nehmen sein.

So hat sich Innendirektorin Susanne Schaffner mit unpopulären Entscheiden in der Bekämpfung der Coronakrise zwar in einzelnen Bevölkerungskreisen nicht gerade beliebt gemacht. Doch anderseits weist die SP mit einem Wähleranteil von 21,6 Prozent eine stabile Basis auf. Die Grünen erzielten 2017 zwar nur einen Wähleranteil von 7,5 Prozent, doch marschierte Brigit Wyss als Regierungsrätin letztlich erfolgreich durch, was ihr auch diesmal zugetraut wird. Remo Ankli schliesslich hat seiner Wiederwahl bereits im erste Anlauf praktisch auf sicher.

Übrigens: Werden nicht nur Wyss und Schaffner im Amt bestätigt, sondern zusätzlich auch noch Sandra Kolly neu gewählt, dann kommt es in der Solothurner Kantonsregierung erstmals zu einer Frauenmehrheit.

In den Spider-Grafiken – basierend auf der Auswertung eines längeren Fragenkatalogs – sehen Sie, wo die sieben Kandidierenden auch im Vergleich zu ihrer Partei politisch stehen. Urs Mathys