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Mit Geduld logisch denken

Porträt: Leonie Stocker ist eine der wenigen jungen Frauen, die als Elektronikerin EFZ ihre Lehre abgeschlossen hat. Sie findet, es dürften ruhig mehr Frauen diesen Beruf erlernen.

Elektronikerin Leonie Stocker (20) trägt Lötpaste auf eine Platine auf. Bild: zvg

2.08.2021

Leonie Stocker, wie haben Sie die Lehrzeit erlebt? 

Es war eine sehr interessante aber auch anspruchsvolle Zeit. Zu Beginn der Lehre absolvierte ich einen längeren überbetrieblichen Kurs, in welchem Grundkenntnisse zur Elektronik vermittelt wurden. Dieser war zwar fordernd, doch ich knüpfte auch viele neue Kontakte mit Mitlernenden. Von da an konnte ich das Gelernte in eigenen, kleineren Projekten umsetzen. Das war sehr lehrreich. 

Welche Eigenschaften sind wichtig, um Ihren Beruf auszuüben?

Die Freude und das Interesse an Technik sind sicher Grundvoraussetzungen. Neben gutem handwerklichem Geschick spielen auch logisches Denken und Mathematik eine grosse Rolle. Was beim Lösen von Problemen nicht fehlen darf, sind Geduld und Durchhaltevermögen.
 

Solothurner Spitälern

Was gefällt Ihnen an der Arbeit als Elektronikerin und was mögen Sie weniger?

Grundsätzlich ist diese Ausbildung sehr vielfältig und interessant. Ich erlebe den technischen Fortschritt hautnah mit und lerne immer viel Neues dazu. Leider ist es noch immer ein stark von Männern geprägter Beruf. Schön wäre, wenn sich zukünftig auch mehr Frauen für diese Ausbildung interessieren würden.

Warum haben Sie sich für das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) als Lehrbetrieb entschieden?

Das Kernkraftwerk liegt nicht weit von meinem Zuhause entfernt, was natürlich optimal ist. Durch das KKG-Ferienlager konnte ich bereits einiges über die Anlage lernen. Als ich dann nach einer Lehrstelle suchte und erfuhr, dass das KKG Elektronikerinnen ausbildet, war für mich klar, dass ich dort arbeiten will.

Können Sie zukünftig im Kernkraftwerk Gösgen bleiben?

Zufälligerweise wurde eine Stelle in derselben Abteilung frei, in der ich zurzeit arbeite. Nachdem ich den Bewerbungsprozess durchlaufen hatte, erhielt ich die Anstellung und werde so auch in Zukunft im KKG arbeiten.

Welche Visionen und Pläne haben Sie für Ihre Zukunft?

Neben der Wohnungssuche und der Einarbeitung in den neuen Fachbereich habe ich geplant, mich weiterzubilden. Möglicherweise nehme ich mir anschliessend eine kleinere Auszeit, um einen Sprachaufenthalt zu machen und meine Englischkenntnisse zu verbessern.

Verraten Sie uns, was Sie in Ihrer Freizeit machen?

Ich gehe gerne eine Runde mit Freunden spazieren oder lese ein Buch. Wenn bei meinen Eltern zu Hause wieder ein kleines Umbauprojekt ansteht, packe ich auch gerne dort mit an. Die Arbeit mit den Händen macht mir grossen Spass. Interview: Monika Burri

Der Lehrbetrieb

Das Ziel der Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG ist die sichere, zuverlässige und wirtschaftliche Erzeugung von elektrischer Energie und Prozesswärme. www.kkg.ch