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«Der Zeitdruck hat massiv zugenommen»

Auf Baustellen und speziell im Bereich der Gebäudetechnik bedeutet Zeit vor allem Effizienz – und schliesslich auch Geld. Daniel Dähler von Bouygues Energies & Services InTec Schweiz AG in Olten erklärt die Zusammenhänge

In der Gebäudetechnik spielt Automation eine immer grössere Rolle. Bild: zvg

2.07.2021

Wahrscheinlich wünscht sich kaum jemand aus der Bau- und Gebäudetechnikbranche die alten und oft sehr strengen Zeiten zurück, wo viele Arbeitsgänge von Hand ausgeführt wurden, ohne Maschinen, ohne technische Hilfsmittel, ohne all die Errungenschaften der modernen Technik. Einzig wenn es um Termine und Zeitvorgaben geht – da sind einzelne wehmütige Gedanken an früher erlaubt: Bauprojekte dauerten manchmal jahre- oder jahrzehntelang bis zu ihrer Fertigstellung, an einzeln Etappen wurde länger gearbeitet, es zählten eher Tage als Minuten.

«Der Zeitdruck hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen. Arbeitsabläufe sind minutiös aufeinander abgestimmt, die genaue Koordination aller Aufgaben und der daran beteiligten Fachleute spielt eine wichtige Rolle», sagt Daniel Dähler, Geschäftsführer der Region Jurasüdfuss von Bouygues Energies & Services mit Sitz in Olten. Als Generaldienstleister im Bereich Gebäudetechnik legt Bouygues Energies & Services den Fokus auf mittlere und grössere Gebäude. Daniel Dähler weiss darum, wovon er spricht, wenn es um verfügbare Zeitressourcen geht: «Vor zwanzig Jahren durfte man für gewisse Arbeiten noch rund doppelt so lange einrechnen als heute.»

Geräte sprechen miteinander

Die meisten Geräte und Systeme sind miteinander vernetzt. Bild: zvg
Die meisten Geräte und Systeme sind miteinander vernetzt. Bild: zvg

Die Digitalisierung geht rasant vorwärts und umfasst längst mehr als nur administrative Belange in einem Unternehmen. Wie man es bereits in der Heimelektronik, in der Mobiltelefonie und bei anderen Kommunikationsgeräten kennt, funktioniert kaum eine moderne Klimaanlage, Lüftung oder Heizung abgekoppelt von allen anderen Installationen. Immer mehr Bereiche sind miteinander verbunden und kooperieren in Bezug auf Abläufe und Prozesse; von der Elektro-, Wärme-, und Klimatechnik über sanitäre Anlagen und Fotovoltaik bis zur kompletten Automation sowie sicherheitstechnischen Aspekten. «Die Geräte ‹sprechen› miteinander, sind untereinander vernetzt und tauschen laufend Daten und Informationen aus», erklärt Daniel Dähler. Dies steigert Leistungsvermögen und Effizienz stark und hat auch einen positiven ökologischen und ökonomischen Effekt. Das zusammenhängende System ist aber auch komplex und kann empfindlich reagieren. Taucht ein Fehler oder eine Störung auf, ist blitzschnelles Handeln gefragt. In diesen Momenten ist Zeit ein besonders rares Gut und kann entscheidend sein im Hinblick auf Schäden und entsprechende Reparaturaufwendungen.

Schliesslich erhalten Fachkräfte in den Bereichen Gebäudetechnik – es sind dies Sanitäre, Elektromonteure, Spengler, Heizungsfachleute oder Lüftungsspezialisten – je länger, je mehr Unterstützung durch technische Hilfsmittel, die sie bei anstrengenden und zeitraubenden Arbeiten unterstützen. «Neben der Digitalisierung kommen auch vermehrt roboterhafte Geräte zum Einsatz. Sie erledigen anstrengende oder repetitive Arbeitsgänge schnell und präzise, sodass sich die Fachleute um spezielle, anspruchsvollere Aufgaben kümmern können», sagt Daniel Dähler.

Keine Zeit mehr verlieren

So entwickeln sich die Berufsleute immer mehr auch zu Koordinatoren und Integratoren, die vor allem bei Gebäudetechnikanlagen die Komplexität verstehen müssen. «Fachleute, die in all diesen Bereichen kompetent sind, gibt es grundsätzlich zu wenig. Der Fachkräftemangel ist eine Tatsache», fügt Daniel Dähler an. Darum hat Bouygues Energies & Services die Zeichen der Zeit längst erkannt und in diesem Jahr bereits mindestens zwanzig neue Arbeitsstellen geschaffen, trotz den Einschränkungen wegen der Corona-Krise. Auch in Zukunft soll sich das nicht ändern, im Gegenteil: Das Unternehmen bietet viele neue Ausbildungsplätze an. Die Chancen für Berufsleute stehen gut, genauso wie diejenigen für Unternehmen, die sich auf Thematik der Energieeffizienz spezialisieren. «Im Bereich Gebäudetechnik setzen wir Zeichen bezüglich Klima- und Umweltschutz. Ich finde, man sollte diesbezüglich keine Zeit mehr verlieren », hält der Geschäftsführer der Region abschliessend fest.

Thomas Pfann