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Bergrestaurant Roggen

Nun ist es geschafft – das umfassende Bauvorhaben auf dem Oensinger Hausberg Roggen ist nach einer Bauzeit von 15 Monaten fast fertiggestellt.

Südansicht des neuen Bergrestaurants Roggen. Bild: zvg

4.05.2022

Dass der Gebäudekomplex gleich aussieht wie vorher, ist Absicht. Die Geschichte geht zurück bis ins 16. Jahrhundert, als Urkunden das Bestehen eines Sennhauses bezeugen. 1903 gelangte der Roggen mit seinem Weidstall in den Besitz der Bürgergemeinde und gleich darauf wurde im Zuge eines Küchenanbaus das Wirtepatent auf das Berghaus übertragen. Das Wohngebäude mit Gaststube wurde 1935 angefügt und kurz darauf der Saalflügel ergänzt. Über diese Zeitspanne hinweg ist eine prägnante Silhouette entstanden, die durch ihre eigenwillige Dreiteiligkeit bis heute eine Spannung in sich birgt. Genau diese Umrisslinie wurde dem Baukonzept zugrunde gelegt.

So einfach ging es aber nicht

Bauen ausserhalb der Bauzone stellte eine Herausforderung dar. Die alten Strukturen konnten in den letzten Jahren nicht mehr ertüchtigt und ergänzt werden, so dass ein partieller Abbruch und Wiederaufbau zur Diskussion standen. Bei der Umsetzung hat sich das Architekturbüro ZSB aus Oensingen an  die «gewachsene» Geschichte angelehnt und das dreiteilige Konglomerat in den Fokus gestellt. Der nahtlose Übergang vom Landwirtschaftsbetrieb mit Ställen zum Gastronomiebereich mit Personalräumen und zwei Wohnungen lassen die Komplexität der räumlich dicht gedrängten Inhalte spüren. Die Gaststube – das Herzstück im Innern – ist am alten Ort geblieben und durch die grosszügigen Holzoberflächen zusammen mit den Eckbänken im Charakter der ursprünglichen Atmosphäre sehr nahe. Der westliche kleine Saal ist zum Raumangebot neu hinzugekommen und erweitert in idealer Weise die Restaurationsfläche. Der östliche grosse Saal gibt durch seine Glasfront einen prächtigen Blick auf das Mittelland frei und eignet sich neben Banketten auch für Seminaranlässe.

Der Bürgergemeinde war es wichtig, ein qualitativ hochstehendes Projekt mit lokal verankerten Firmen zu realisieren. Um einen solch anspruchsvollen Bau erfolgreich umzusetzen, bedarf es an fundiertem Fachwissen und versierten Unternehmen mit motivierten Handwerkern. Ganze 55 Gewerke waren beteiligt, mussten koordiniert und aufeinander abgestimmt werden. Zu bestimmten Zeiten befanden sich bis zu 50 Personen auf der Baustelle, die nebeneinander und ineinandergreifend hervorragend ihre Arbeit erledigten. Die zum Teil auch garstigen Wetterverhältnisse waren eine zusätzliche Herausforderung, vermochten aber das ambitionierte Terminprogramm nicht zu gefährden. Der beeindruckende Sonnenaufgang, die komplette Stille des Umfeldes sowie die einmalige Lage, häufig über dem Nebelmeer, haben für den beschwerlichen Anfahrtsweg sicherlich das eine oder andere Mal etwas kompensiert.

Neu gestaltete Terrasse mit Weitblick

Remo Liechti, der Bürgerpräsident, pflegte während der Bauzeit zu sagen: «Es chunt scho guet und es git e gfröiti Sach!» Er hat recht behalten. Man kann es kaum erwarten, auf der neu gestalteten Terrasse mit der Roggenflueh im Rücken den Blick in die Weite gleiten zu lassen – im Bewusstsein, dass der Baustein nun erfolgreich für die weitere Geschichte des Roggens gelegt wurde.