2019 wird als ausserordentlich gutes Anlagejahr in die Börsenstatistik eingehen. Alle wichtigen Anlageklassen erzielten eine positive Rendite. Bei den Aktien sind die Zuwächse besonders hoch ausgefallen. Der Schweizer Markt zum Beispiel erreichte mit fast 31 % das beste Jahresergebnis seit 2005. Angesichts der seit beinahe 11 Jahren dauernden Haussephase keine Selbstverständlichkeit. Zumal die Vorgaben zu Beginn des Jahres alles andere als rosig waren. Aber die Notenbanken haben es einmal mehr mit der erneuten Lockerung der Geldpolitik gerichtet. Vor allem die Kehrtwende der US-Zentralbank mit drei Leitzinssenkungen war definitiv nicht erwartet worden. Die noch 2018 dominierende Angst vor einer Zinswende ist damit definitiv in weite Ferne gerückt.
   

Aargauische Kantonalbank

Was sind die kommenden Kurstreiber?

Auch zum Ende des Jahres erfreuten die Aktienmärkte die Anleger noch einmal mit einer positiven Entwicklung. Die politischen Risiken haben mit einer ersten Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie dem parlamentarischen Wahlsieg für Boris Johnson in Grossbritannien deutlich abgenommen. Die Aktienmärkte honorierten die jüngste politische Entspannung mit erneuten Kurszuwächsen. Verschiedene Indizes markierten im Dezember einen neuen Rekordstand.Nachdem sich die grössten politischen Belastungsfaktoren entspannt und die Notenbanken geliefert haben, benötigen die Märkte neue Impulse, um ihren Aufwärtstrend fortzusetzen. Diese könnten von der globalen Wirtschaft kommen. Die konjunkturellen Stimmungsindikatoren hellen sich zusehends auf. Vor allem das verarbeitende Gewerbe könnte zukünftig von einer verstärkten Investitionslust der Unternehmen profitieren. Aufgrund der handelspolitischen Risiken haben sich viele Firmen mit Investitionen zurückgehalten. Dieser Ausgabestau könnte sich nun lösen. Zudem verharren die Aufwendungen der öffentlichen und privaten Haushalte auf hohem Niveau und im Dienstleistungssektor läuft es immer noch rund. Somit stehen die Zeichen für eine wirtschaftliche Belebung im 2020 gut.
   


erstärkter Fokus von Geldpolitik zu wirtschaftlicher Belebung. Die politischen Risiken bleiben.
    


Angesichts der stolzen Aktiengewinne 2019 stellen sich die Anleger nun zu Recht die Frage, wie es 2020 weitergeht. Auch wenn ähnliche Zuwächse wie im letzten Jahr wenig realistisch sind, stehen die Zeichen gut für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung an den Börsen. Die steigende wirtschaftliche Zuversicht in Kombination mit einer Beruhigung des politischen Umfelds schafft eine solide Basis. Zudem werden die Notenbanken die Geldschleusen weiterhin offenhalten. Nutzen die Unternehmen diese gute Ausgangslage geschickt aus, können die Gewinne gesteigert und die hohe Bewertung fundamental untermauert werden. Zudem fehlen den Anlegern mehr denn je die Anlagealternativen. Festverzinsliche Papiere stehen im Schatten des anhaltenden Tiefzinsumfeldes. Sie eignen sich deshalb in erster Linie als anlagetechnische Rückversicherung und weniger als Renditetreiber. Andere Sachwerte sind ähnlich hoch oder höher als Aktien bewertet, nur beschränkt investierbar und wenig liquide. Deshalb führt voraussichtlich auch 2020 kein Weg an den Beteiligungspapieren vorbei.